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Orgeleinbau hängt von der Innenrenovierung von St. Oswald ab
St. Oswald zu Traunstein

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Orgeleinbau hängt von der Innenrenovierung von St. Oswald ab

„Orgelfreunde St. Oswald-Traunstein“ und Kirchenstiftung warten noch auf den Bescheid der Erzbischöflichen Ordinariats

Traunstein. Bei der Jahreshauptversammlung der „Orgelfreunde St. Oswald-Traunstein“ konnte der Vorsitzende, Altoberbürgermeister Fritz Stahl, den Mitgliedern die Frage nicht genau beantworten, wann endlich der lang ersehnte Bau des zweiten Teils des „Papst-Benedikt-Orgelwerks“ (Hauptorgel) in der Stadtpfarrkirche St. Oswald beginnt. Alles hängt nämlich davon ab, dass das Erzbischöfliche Ordinariat „grünes Licht“ für die Innenrenovierung von St. Oswald gibt. Stahl mahnte zur Eile, denn die Kirchenstiftung habe mit der Orgelbaufirma Klais in Bonn den Kaufpreis bis 2020 fest vereinbart.
Laut Stahl beginnt die Orgelbaufirma Klais erst dann mit den Arbeiten an der Orgel, wenn der Zeitpunkt des möglichen Einbaus in St. Oswald feststeht. Dieser sei eineinhalb Jahre vor Fertigstellung der Innenrenovierung. Deshalb sei die Kirchenverwaltung hinterher, dass der Zeitpunkt des Beginns der Innenrenovierung bald möglich bekannt werde.
Man habe seinerzeit gehofft, dass Ende 2015 ein genehmigtes Projekt für die Innenrenovierung mit einem Zeitplan für die Ausführung und Finanzierung vorliegen werde. Da die vor dem Orgeleinbau unabdingbar nötige Innenrenovierung sich wesentlich aufwändiger und zeitintensiver gestalte als angenommen, habe sich das Ordinariat auch 2016 leider nicht durchringen können, in seiner Finanzplanung die gesamten benötigten Mittel bereitzustellen. „Dies zwang die Kirchenverwaltung, erneut mit der Orgelabbaufirma zu verhandeln, denn die Zeit der Preisbindung im 2013 geschlossenen Vertrags drohte abzulaufen. Eine neue Betragsbindung bis 2020 konnte vereinbart werden“, so Stahl.
Stadtpfarrer Georg Lindl ergänzte zur Innenrenovierung, das Baureferat der Diözese habe seinerzeit eine Planung der Gesamtsanierung gefordert. Beim genauen Hinschauen habe man erhebliche Mängel entdeckt, um die Kosten einsehbar zu machen. Die Kosten hätten dann 9,2 Millionen Euro betragen, was bei der Diözese einen „Schock“ ausgelöst habe. Der Vergabeausschuss habe dann verlangt zu differenzieren, was unbedingt notwendig sei. In diesem Jahr werde das Dach mit einem Kostenaufwand von 1,7 Millionen Euro saniert. Vom Rest von 7,2 Millionen Euro habe man alle Maßnahmen kategorisiert, um eine Kostenreduzierung zu erreichen. Als unabdingbar seien dann Kosten von 5,9 Millionen Euro verblieben. „Das ist keine Luxussanierung, sondern nur der Erhalt der Basissubstanz“, betonte Lindl. Man habe Augenmaß bewahrt und keine Sonderwünsche der Pfarrei erfüllt.
Die Kirchenstiftung habe sich stets um einer ideelle Unterstützung des Ordinariats bemüht. Es sei alles getan worden, was man von Seiten der Kirchenstiftung habe tun können. Sie sei in sinnvoller Weise in den Vergabeausschuss gegangen. In diesem Jahr stünden dem Ordinariat 80 Millionen Euro als Baumittel zur Verfügung. Lindl zeigte sich optimistisch, dass Traunstein den Zuschlag bekommen werde. Er bat jedoch um Geduld. Die Kirchenstiftung müsse auf den schriftlichen Bescheid warten. „Wichtig ist das Signal: jetzt geht es richtig los“, so der Stadtpfarrer.
Der 2. Vorsitzende, Kirchenmusiker Manfred Müller, erklärte, die Orgelbaufirma sei nicht untätig gewesen. Sie habe bereits 35 000 Euro für die vollständige Planung des Orgelwerks ausgegeben, besonders wo und mit welchen Gewicht die Orgel auf der Empore aufliege. „Die Firma Klais könnte schon morgen anfangen zu bauen“, sagte Müller. Auch in Traunstein habe man bezüglich Planung und Finanzierung seine Hausaufgaben gemacht.
Hermann Koch ergänzte, dass die Auflast der Orgel auf der Empore für die Statik zu berechnen gewesen sei. Das Ordinariat habe die Genehmigung davon abhängig gemacht, dass keine zusätzlichen statischen Maßnahmen notwendig seien. „Die Statik ist berechnet. Sie stimmt bis auf ein paar Kleinigkeiten“, stellte Koch fest.
Der Vorsitzende Stahl sagte, die Hauptaufgabe des Orgelvereins konzentriere sich auf die Hauptorgel, solange keine wirkliche Sicherheit für den Abschluss der Finanzierung erreicht sei. „Exakte Endzahlen für den Finanzbedarf kann es leider noch nicht geben, weil der Zeitplan noch nicht fix ist und es deshalb zu Preissteigerungen kommen könnte“, so Stahl. So habe man zum Beispiel für ein Gewerk, nämlich die Malerarbeiten für den Orgelprospekt noch kein Angebot einholen können.
In seinem Rechenschaftsbericht 2016 sagte Stahl, die Traunsteiner Bäckerfamilien Deisenseer, Kotter und Schneider hätten zum letzten Mal die „Aktion Orgelbrot“ durchgeführt. Beim Verkauf bei der Auftaktaktion auf dem Maxplatz und anschließend in den Geschäften wurde eine Spende von 1570 Euro erzielt. Die Bäcker rundeten bei jeder Aktion kräftig auf. Nach sechs Aktionen erreichte die Schlusssumme 11 150 Euro. „Diese Aktionen und die Kalenderaktivitäten, die wir mit Walter Niederberger drei Jahre lang durchführen durften, erbrachten 24 879 Euro und waren große Sympathiewerbungen für die Orgel“, sagte der Vorsitzende. Gleiches gelte für die Christkindlmarktinitiative von Julie Rosenegger, die Adventsmarktverkaufsstände und die Orgelabbauaktion 2015. Mit dem Kirchenmusiker Manfred Müller habe der Verein einen „Kellermeister“ , der sich seit Jahren um einen Verkaufsschlager, nämlich den Orgelwein, kümmere. Ebenso erinnerte er an die Konzertabende im Ettendorfer Kircherl, die Müller seit Jahren verantwortlich organisiert. „Es geht dem Verein um das Sammeln von Geld für die Orgel, aber auch um die Sympathiewerbung, ohne die kein Projekt Bedeutung in der Öffentlichkeit erlangen kann und kein Bewusstsein dafür wächst“, betonte Stahl.
Er hob hervor, dass der Verein der Orgelfreunde weder Eigentümer der Orgel noch Auftraggeber für den Bau sei. Er fühle sich aber mitverantwortlich, wie und vor allem dass das große Werk gelingen könne. Wissend, dass die Orgelmusik in erster Linie der Feier der Gottesdienste zu dienen habe. Das Wiedererwecken der seit Ostern 2011 gänzlich verstummten Orgel sei aber auch eine Aufgabe der Denkmalpflege und überhaupt ein wichtiges Anliegen der Musik- und Konzertfreunde. „Dieser Dreiklang ermuntert uns weiter, die große Investitionsaufgabe bis zum sicheren Abschluss zu unterstützen“, unterstrich Stahl. Er hoffe, dass sich viele von der Begeisterung der 70 Vereinsmitglieder weiter anstecken ließen. So gelinge das Werk sicher und finde als kulturelle Bürgeraktion auch seine Verankerung in der Stadtgeschichte.
Von einer „stattlichen Summe, die in den Startlöchern steht, um verbraucht zu werden“, sprach Schatzmeister Martin Spörlein seinem Kassenbericht. Die Kasse hat 2016 einen Überschuss von mehr als 14 000 Euro erzielt. Das Vermögen betrug Ende 2016 fast 255 000 Euro. Die Spenden betrugen rund 8000 Euro. Seit 2010 habe der Verein 194 000 Euro an Spenden eingenommen, sagte Spörlein. Die Begünstigungen durch die Regionalwährung Chiemgauer hätten seit 2011 in etwa 5600 Euro eingebracht. Stahl meinte zum Kassenbericht, die Mittel zur Begleichung der zweiten Rate für das Papst-Benedikt-Orgelwerk seien auf den Konten von Pfarrei und Verein zum Überweisen vorhanden. Auch für die Schlussfinanzierung sei man sehr zuversichtlich. Der Verein müsse und möchte jedoch seine Aktivitäten fortsetzen und weiter versuchen, Sympathisanten und Gönner zu gewinnen, denn es gelte die Aufgabe „Eine neue Hauptorgel für St. Oswald als zweiten Teil des „Papst-Benedikt-Orgelwerks“ sicher zu vollenden und für Traunsteins Orgeln und die Orgelmusik auch künftig zu wirken. Bjr

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